Dienstag, 1. Juli 2008

Geburtstagsständchen

Francos Opa Osvaldo hatte Geburtstag und ich habe ihm ein Ständchen mit der Klarinette gespielt :-). Und weil mein Opa Hermann gestern 80 Jahre alt wurde, war das auch gleichzeitig ein Ständchen für ihn. Herzlichen Glückwunsch!

Freitag, 27. Juni 2008

FITITO!!


Mein Lieblingsauto!!
Der kleine Fiat wird seit 30 Jahren nicht mehr gebaut, aber fährt hier immer noch rum. Zu meiner großen Freude - jedes Mal, wenn ich einen sehe, muss ich laut quietschen, ihn ein bisschen streicheln und mir einen als Haustier wünschen.

Dienstag, 17. Juni 2008

wieder zurück

So, und jetzt sind wir wieder zurück in der großen Stadt, ich arbeite wieder (mehr oder weniger) fleißig an meiner Diss und Franco an seinen Uniprojekten.
Francos Familie hat sich sehr über die Mitbringsel gefreut - Käse, Salami und Schokolade - umso mehr, da hier immer noch oder mal wieder Lebensmittelknappheit herrscht: die Bauern streiken immer noch, 98 Tage geht der Streit schon... und heute hat die Präsidentin eine Rede gehalten, alle waren ganz gespannt, was sie wohl sagt - und ich bin ganz gespannt, ob wir morgen oder übermorgen wieder Brot, Öl und Eier kaufen können...
Am nervigsten ist dabei die Position der Presse, die alles breit ausschlachtet ohne zu informieren... und mir wird immer bewusst, wie gut wir es haben mit unseren relativ neutral berichtenden Zeitungen und Fernsehkanälen.
Ich freue mich über Nachrichten von euch
besos!

Reiten!


Wir waren reiten! auf richtigen Pferden! und damit sich's lohnt, haben wir gleich einen drei-Stunden-Ritt unternommen, und die Pferde sind die Berge rauf- und runtergekrakselt - juppie!!
Und ich hatte einen größeren Muskelkater als Franco, obwohl der erst zum zweiten Mal auf einem Pferd saß...

Hier ein super Video!! :-)




Schwarze Stiere...

... wilde Papageien...

... und das alles in Argentinien!

Sierra de la ventana


Urlaub! mein erster richtiger Urlaub seit dem Diplom. (Natürlich war der Ortswechsel nach Buenos Aires auch urlaubsartig - aber ja dann doch auch wieder Alltag - also: Urlaub!).
Wir hatten die Wahl zwischen Meer und Bergen, und nachdem es inzwischen doch kalt geworden ist, und es hier auch keine Dünen gibt, haben wir uns doch für die Berge entschieden. Für alle, die auf der Karte nachschauen wollen: wir sind nach Sierra de la ventana gefahren, DAS Gebirge in der Provinz Buenos Aires, südwestlich (südlich = kalt, so wie nördlich auf der Nordhalbkugel :-) ) von der Hauptstadt, und "nah": 8,5 Stunden entfernt. Um Buenos Aires herum ist stundenlang erstmal Pampa, d.h. flache Grasssteppe ohne Bäume und Hügel - und wir waren in den Bergen!!
Eigentlich hatten wir vor, auf den 1200 m hohen Berg zu steigen, aber es war so windig und wir waren spät dran - also haben wir uns eine gemütlichere Tour ausgesucht. Und wir waren trotzdem so sportlich! weil nämlich der nächste Minibus erst in 4 Stunden zu unserem Dorf zurück gefahren wäre, haben wir beschlossen zu laufen... nach zwei Stunden Wanderung an der Straße mit wunderschönem Bergpanorama haben wir dann doch beschlossen, per Anhalter zurück zu fahren...

Blick aus dem Fenster unserer kleinen Wohnung - mal keine Hochhäuser...

... und weil nur zweimal am Tag ein Zug kommt und es nur eine Brücke gibt, muss man eben die Gleise als Straße nutzen...

Dienstag, 10. Juni 2008

spannende Alltagsachen

So, bevor ich jetzt die Wäsche (schön zusammengefaltet und gebügelt) im Waschsalon gegenüber abhole, melde ich mich doch mal wieder!
und es kann ja eigentlich nicht sein, es gibt noch keinen einzigen Eintrag in diesem schönen Blog zu meiner Promotion! das ändert sich hiermit:

ich bin ganz fleißig am Gedichteanalysieren, meine Exceldatei, die ich dazu angelegt habe, hat schon ganz viele Karteikarten mit ganz vielen Daten zu den 49 Gedichten (ok, mir fehlen noch 9, also 40). Und bald bin ich fertig mit dem Analysieren - und dann kann ich die Daten auswerten - ich bin schon echt gespannt, ob dabei etwas interessantes rauskommt... aber bestimmt!
Und so wächst die Arbeit, Schritt für Schritt.. und hoffentlich bald wird ein Buch daraus...

Für alle, die noch nicht wissen, woran ich arbeite: meine Grundfrage ist: warum finden wir Gedichte schön? und die Theorie, mit der ich v.a. arbeite ist die PSI-Theorie vom Apfelmännchen. Also eine psychologische Theorie, mit der Prof. Dörner das menschliche Verhalten und Erleben erklärt. Da gehts ganz viel um Motivation, warum wir das tun, was wir tun, und ein zentrales Motiv ist die Unbestimmtheitsreduktion: wir fühlen uns gut, wenn wir wissen, wie die Welt funktioniert.
Und wenn wir Gedichte lesen, dann ist erstmal alles ganz seltsam und neu - und dann verringert sich die Unbestimmtheit und wir sehen klarer, verstehen das Gedicht, entdecken sprachliche Strukturen, erkennen uns vielleicht selbst darin wieder (und erleben dadurch eine Unbestimmtheitsreduktion für das eigene Leben) - und das fühlt sich toll an, und deshalb finden wir das Gedicht dann schön.
:-) - das war die Kurzfassung.

Ich arbeite bisher selbständig an den Gedichten und entwickel dadurch meine eigene Theorie - bzw. baue Dörners Theorie weiter aus, wie man es nimmt. Nach der Gedichtanaylse nehm ich mir dann die 18 Kilo Kopien der Sekundärliteratur vor, die hier in der ganzen Wohnung verteilt in allen möglichen Schränken und Schubladen auf mich warten... Und mal schauen, was die weisen Köpfe der Psychologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Linguistik zu dem ganzen sagen.
So - und jetzt gehe ich Wäsche abholen und einkaufen.
Nur damit ihr wisst, was ich den lieben langen Tag hier mache - und bald schreibe ich was zu den außerpromotionalen Sachen, die ich hier erlebe :-). Ich freue mich über jede Antwort und jeden Kommentar -
BESOS!!

Dienstag, 27. Mai 2008

Besuch von Lissi und Moni!

Juchuu! Das war lustig, mit Lissi und ihrer Schwester Moni durch die Stadt zu ziehen und auf einmal Touriführer zu sein - und meine zweite Heimat zu präsentieren. Beide sind inzwischen wieder gefahren bzw. geflogen, der Alltag ist also zurück und ich analysiere wieder fleißig Gedichte für meine Diss.
Die beiden Mädels haben schöne Bilder da gelassen - so dass ihr in den Genuss von so richtig typischen Buenos-Aires-Ansichten kommt. Voilà:

Der Obelisk und die Avenida 9 de Julio

Beim großen Festival de Tango in der Avenida de Mayo

Moni und ich in der Galeria Pacífico


Lissi und ich im Café Tortoni, hinter uns die Figuren von Carlos Gardel, dem Tanguero und Jorge Luis Borges, dem Schriftsteller
Und die sich öffnende und schließende Riesenblume


Und natürlich mussten Lissi und Moni nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch alle lustigen Leute hier kennenlernen. Wir waren weg bis in die Puppen mit Seba, Belén und Rodrigo im deutsch-spanisch-englischen Sprachengemisch.

Franco, Moni, Seba und Belén


Lissi, ich und Rodrigo

und eines der vielen wir-fotografieren-uns-selbst-Bilder - Moni und ich:

Samstag, 17. Mai 2008

San Lorenzo! Hay que ganar!

Cábala: Das ist der (Aber-)glaube, dass man durch sein Verhalten den Ausgang des Fußballspiels beeinflussen muss. Die Regel ist: alles muss genauso sein, wie beim letzten gewonnenen Spiel. Es gibt sogar einen inzwischen schon bekannten Fan, der seit mehren Jahrzehnten immer ins Stadion geht und genauso lange sein Hemd nicht mehr gewaschen hat... hmmmm! :-)
Und leider war ich beim letzten Spiel von San Lorenzo bei der Chorprobe - und das Spiel gegen die Mannschaft aus Ecuador ist 1:1 ausgegangen.. indirekt meine Schuld... obwohl ich den rotblauen Schal im Rucksack hatte.
Hoffen wir also, dass das nächste Spiel am Donnerstag besser ausgeht - obwohl es in Quito auf 2800 Meter Höhe stattfindet und ich leider WIEDER nicht kann, wegen der Chorprobe... o-oh!
Dale San Lorenzo! Hay que ganar!

Wochenendtage im Park


Obwohl Buenos Aires eine Riesenstadt ist, gibt es erstaunlich viele Bäume und Parks. Und die braucht man auch, zumindest ich, sonst wird das Wohlfühlen schwierig. Und zum Glück wohnen wir genau zwischen zwei sehr großen schönen Parks, wo sich samstags und sonntags die ganze Welt trifft.
Diese Parkszenen sind toll: kleine Kinder mit riesigen Bäuschen rosa Zuckerwatte, Familien in der Sonne, matetrinkend, knutschende Pärchen, immer wieder lustige Hunde und Katzen, oft herrenlos, natürlich Fußball, irgendein Straßen-Comedy-Mann, der versucht, auf hohem Niveau ein paar Pesos zu verdienen, viele Stände mit schönen Ohrringen und anderem günstigen und kreativen Kunsthandwerk und natürlich der gebrannte-Mandeln-Mann mit dem rotweißen Schirm. Und während Franco sich über den Comedy-Typen kaputt gelacht hat, der wirklich sehr gut war, hab ich die Gunst der Stunde genutzt und schöne Fotos für euch geschossen. Disfrutenlas.

Sonntag, 11. Mai 2008

Francos Nobel-Uni

Obwohl die Universidad de la Matanza alles andere als eine Reichenuni ist, hat der Direktor beschlossen, ihr ein protziges Aussehen à la Griechenland zu verleihen.Früher war das riesige Gelände eine Autofabrik, die, wie so viele Fabriken, der Fehlwirtschaft in den 90er Jahren zum Opfer gefallen ist. Kleine und große Brunnen, hohe Palmen und Bänke peppen das Fabrikgelände jedoch auf - die Uni ist tatsächlich die Schönste hier.
Sie ist eine staatliche Uni, in die man nur mit Aufnahmeprüfungen hineinkommt. Es gibt auch viele Privatunis in Buenos Aires, die über viel mehr Geld, aber über weniger Prestige verfügen.Ich fühle mich seit Neuestem auch als Teil dieser Uni - ich singe im Chor mit, juchuu!! Ende Juni fahr ich sogar ein Wochenende mit auf eine Chorreise, bald ist Konzert, wir singen Opernchöre, und das Niveau ist sogar ganz gut.
Und das ist die Box, in der Franco jeden Tag arbeitet:

Die gute Luft

"Das Alltagsleben in Buenos Aires fördert und fordert die Kreativität jedes einzelnen..." - diese Weisheit hat mir vorgestern ein Professor, der mit Franco in der gleichen Box, im gleichen Kabuff sozusagen, arbeitet aufgedrückt. Und irgendwie hat er recht.. er hat sich auf die riesige Staubwolke bezogen, die vor ein paar Tagen ausgebrochene Vulkan aus Chile von sich gibt, und die jetzt über ganz Südamerika bis nach Buenos Aires hinwegzieht. Wobei wir wieder beim Thema Luft wären in Buenos Aires, Stadt der guten Winde... Heute jedoch ist der ganze Spuk wieder vorbei, und die Luftverschmutzung durch die Autos, Busse und sonstiges merkt man durch den guten Wind, der vom Meer und vom Fluss La Plate herweht tatsächlich kaum. Und so genießen wir herbstliche 18 Grad und einen blauen Himmel, von einem Horizont zum anderen.

Montag, 5. Mai 2008

Lustige Familientreffen! Hier ein paar Impressionen...


Wie ihr seht, fühle ich mich sehr wohl hier mit allen, auch wenn ich natürlich euch alle in Deutschland vermisse.

Bohnanza!


Die Bohnanza-Sucht ist in Buenos Aires ausgebrochen! Franco und ich haben den gefährlichen Virus importiert und jetzt greift er hemmungslos um sich. Infiziert sind bereits: José, Edith, Sebastián und Nico. Da hilft nur eins: einfach weiterspielen.

Samstag, 3. Mai 2008

1. Mai

Jetzt hab ich so lange nichts mehr geschrieben!
Dafür kommen jetzt schöne Bilder...Während sich in Deutschland am 1. Mai Radikale beider Richtungen kloppen, ist hier dieser Tag ganz traditionell der Tag der Arbeiter. Die Leute auf der Straßen wünschen sich "Feliz día", das gleiche, was man am Tag des Freundes, des Kindes, des Lehrers... zueinander sagt. Und zur Plaza de Mayo ziehen große Gruppen der Arbeiterpartei mit bunten Fahnen, kleinen Kindern und dem Dröhnen der großen Pauken. Verglichen mit den Massen, die Peron an diesem Tag im Zentrum der Stadt versammelte, erscheint die Menschenmenge klein, ich war trotzdem beeindruckt.
Die linksextremen Parteien sind sich hier, trotz gleicher Grundideen, sehr uneinig, so dass es gleich drei Versammlungspunkte gab. Das Nette daran war, dass die ganze Innenstadt gesperrt war, und Verena schöne Fotos machen konnte :-)). Keine Autos, nur bunte Fahnen, Feiertagsstimmung mit blauem Himmel, die ganze Zeit Reden über die großen Lautsprecher und am Rand fußballspielende Kinder und Familien, die Mate trinken und Pancho essen...
Die lauten und passionierten Reden verhallen mehr oder weniger ungehört, es ist keine Presse anwesend. So wird sich wenig ändern, Buenos Aires glänzt und strahlt und trotz sozialer Stagnation strahlen alle mit an diesem Feiertag.